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koko 2007 - 2008

koko_07-08zurück „koko (konflikt und kompromiss)
– ein gesellschaftsfähiges kabarett“
theaterprojekt am gymnasium gleichense in ohrdruf

das projekt „koko (konflikt und kompromiss) – ein gesellschaftsfähiges kabarett“ wurde in zusammenarbeit zwischen dem art der stadt e.v. als träger des projektes, dem gymnasium gleichense in ohrduf als kooperationspartner und der stadtverwaltung ohrdruf, die über den lokalen aktionsplan der erfüllenden gemeinde ohrdruf die finanzierung trug, realisiert.

das projekt wurde von 20 kindern und jugendlichen der 5. bis 8. klasse des gymnasiums gleichense in ohrdruf getragen. es fand sowohl im schuljahr 2007/08 als auch im schuljahre 2008/09 einmal in der woche für 1,5 stunden in den räumlichkeiten des gymnasiums gleichense in ohrdruf statt. angeleitet und begleitet wurden die kinder von der kulturwissenschaftlerin und theaterpädagogin daniela rockstuhl sowie von der deutschlehrerin frau kunze.
primäres projektziel galt dem aspekt, den kindern und jugendlichen eine möglichkeit zu bieten, sich mit theatralischen mitteln und im rahmen einer kleinen inszenierung mit sich und den themen toleranz, konflikt, kompromiss, gleichberechtigung und soziale rolle auseinanderzusetzen. hierfür wurden die eigenen erfahrungen und probleme der kinder und jugendlichen in den vordergrund gerückt und ein podium zur thematischen reflektion geboten. der blickwinkel lag vor allem auf gesellschaftlichen und alltäglichen konflikten und deren optimalen lösung für alle beteiligten. über das konzept der „rolle“ lernten die teilnehmer, dass man tolerantes und kooperatives handeln erst ausbilden kann, wenn man sich in die rolle einer anderen person und ihre situation hinein versetzen kann.
ein weiteres ziel des projektes ordnete sich in den lokalen aktionsplan der erfüllenden gemeinde ohrduf ein und verfolgte die aktive prävention und eine aktivierung der zivilgesellschaft für die thematik der toleranz und einem gleichberechtigten umgang miteinander. durch aufführungen an schulen, in öffentlichen institutionen sowie an bestehenden amateurtheatern oder zu entsprechenden veranstaltungen soll die thematik nach außen getragen werden und in nachgesprächen mit dem publikum diskutiert werden. in diesem zusammenhang sollen alle meinungen betrachtet und ein gemeinsamer kontext gefunden werden. dieser teil des projektes wird bis heute in der fortsetzung des projektes verfolgt.

heranführung der kinder an das projekt und durchführung
die jugendlichen des projektes wurden bewusst und unbewusst durch theaterpädagogische mittel zum rollentausch animiert und angeleitet. es wurde durch gruppen- und vertrauensspiele raum geboten, das wirken des eigenen und des fremden verhaltens auf das gruppengeschehen zu beobachten und entsprechend zu verändern, sowie eigene stärken und schwächen zu erkennen. im mittelpunkt stand immer die integration aller beteiligten in die gruppe. in diesem zusammenhang erlernten sie praktische schlüsselkompetenzen wie flexibilität, zuverlässigkeit, soziales verhalten, hilfsbereitschaft aber auch kreativität und medialität.
um effektiver arbeiten zu können, wurde die gruppe in zwei gruppen unterteilt. die eine gruppe beschäftigte sich mit dem thema generationsübergreifende toleranz am beispiel von max und moritz. hierzu wurde die buchvorlage von wilhelm busch in ein theaterstück umgeformt und auf die thematik abgestimmt. die kinder und jugendlichen brachten hierbei ihre eigenen ideen und vorstellungen mit ein.
die zweite gruppe setzte sich mit dem thema konflikte im alltag mit hilfe verschiedener sketche bekannter autoren wie loriot oder heinz ehrhard, aber auch mit modernen stücken auseinander. die teilnehmer entschieden selbst, welche sketche sie für das thema als passend empfanden und beschäftigten sich intensiv mit ihrer umsetzung. in beiden gruppen wurden die jugendlichen gleichberechtigt in den prozess eingebunden. die selbstbewussteren unter den kindern bereicherten das projekt mit ihrem ideenreichtum und ihrem ehrgeiz alles können zu wollen. die weniger aufgeschlossenen und zurückhaltenden kinder bekamen raum und zeit individuelle fähigkeiten auszuprobieren und zu festigen, wodurch sich ihr selbstbewusstsein stärkte und sie schliesslich mehr und mehr in die gruppe integriert wurden.

welche ziele konnten erreicht werden? (soll/ist-vergleich)
nach der fortsetzung des projektes koko im neuen schuljahr 2008/09 kann man insgesamt von einem sehr erfolgreichen projekt sprechen, da eine große freude an der künstlerisch-kreativen arbeit und ein hohes engagement im hinblick auf die thematische auseinandersetzung erkennbar war. es kamen neue schüler v.a. aus der klassestufe 5 hinzu. insgesamt konnten einige ziele erreicht werden.
zuerst ist zu nennen, dass eine kontinuierliche arbeit durch ein hohes engagement der kinder und jugendlichen möglich war. die mitarbeit der jugendlichen war sehr zufriedenstellend. sie haben mit erhöhter selbständigkeit den prozess einer theaterprojektrealisierung erfahren und hierbei die wichtigkeit zwischenmenschlicher kommunikation erkennen und konstruktiv umsetzen gelernt. es wurden anfängliche berührungsängste abgebaut, selbstwert und eigenverantwortung gestärkt, soziale, persönliche und kommunikative kompetenzen sichtbar gemacht und freundschaften aufgebaut. die teilnehmer haben sich mit dem projekt identifiziert und den hintergrund des projektes als gruppe verinnerlicht. jeder nahm seine neu gewonnenen rollen sehr ernst. nicht ohne reibungspunkte aber mit stetig wachsendem eifer und zunehmender ausdauer haben die kinder an ihrem gemeinsamen ziel gearbeiten. nach der erfolgreichen vorpremiere beider stücke am 07. juli 2008 im rahmen der projektwoche am gymnasium gleichense in ohrdruf fand eine weitere öffentliche präsentation und reflektion vor den eltern statt. die aufführung am 1. oktober 2008 anlässlich des präsentationstages der initiative „vielfalt tut gut“ musste leider aufgrund des sturmes ausfallen. das ziel, der aktivierung der zivilbevölkerung für die thematik toleranz und gleichberechtigung, benötigt allerdings noch weitere solcher projekte und eine verstärkte präsenz in der öffentlichkeit. daher hoffen die teilnehmer des projektes, der art der stadt e.v. und die schulleitung des gymnasiums gleichense auf eine fortsetzung des projektes auch im neuen jahr 2009.

gerald backhaus    |    cosmetic studio: claudia angelrath    |    carola fiebig    |    thomas wolf    |    verwebtes: cathleen kempe    |    venenpraxis gotha: beate schwendler    |    zander gmbh waltershausen    |    bücherstube hannah höch: andreas zink    |    nadine s. kürsten    |    gemeinschaftspraxis für nuklearmedizin gotha: dr. antje krauße und dr. günther krauße    |    diabetes - praxis - gotha: ulrike drechsel und katrin mädler    |    architekturbüro großkopf: sebastian großkopf    |    dietmar sommerlandt