w

wir sagen wer wir sind

wwwzurück jugendtheaterprojekt „www - wir sagen wer wir sind“
im rahmen des kompetenznachweis kultur

konzept/ziele
im grundlagenseminar zur beraterin des kompetenznachweis kultur entstand das theaterprojekt „www - wir sagen wer wir sind!“. es möchte jungen menschen, die sich gerade auf der suche nach einer sinngebenden lebensgestaltung befinden, die möglichkeit geben, sich in einem geschützten raum auszuprobieren, neues kennenzulernen, sich selbst und das eigene handeln zu reflektieren und entsprechend zu verändern. sie nehmen dabei aktiv an ihrem kompetenznachweis kultur teil und erfahren einen zuwachs an persönlichen und sozialen kompetenzen.
„indem die jugendlichen sich ihrer fähigkeiten und stärken bewusst werden und lernen, diese zu formulieren, stärkt der gesamte prozess ihr selbstbewusstsein. er erweitert ihre möglichkeiten der selbstdarstellung. in bewerbungsgesprächen kann der kompetenznachweis kultur impuls für eine gespräch über besondere fähigkeiten sein. der jugendliche spiegelt in diesem gespräch das, was das zertifikat beschreibt, glaubhaft wider, weil er selbst an der erarbeitung beteiligt war.“ ( www.kompetenznachweiskultur.de)
der kompetenznachweis kultur zeugt von den individuellen, sozialen, methodischen und künstlerischen kompetenzen der jugendlichen. er kann nur gemeinsam mit den jugendlichen und den anleitern und pädagogen im diskurs entstehen.
das innerhalb des projekts entstehende stück und der prozess dahin sollen zum sichtbaren podium für die interessen und probleme der jugendlichen wie meinungsäußerung, konstanz, schnelllebigkeit, familie, schule und beruf, sinnlosigkeit und arbeitslosigkeit sowie drogen und krankheiten werden.

zielgruppe
das projekt richtete sich an jugendliche im alter von 14 bis 18 jahren. in der gruppe konnten sich die jugendlichen mit sich und ihren problemen auseinandersetzen und austauschen. sie konnten sich selbst auf neue art und weise außerhalb der verordneten routinierten institutionen wie schule entdecken. wo sich jugendliche entfalten, werden sie oftmals die regeln der gesellschaft übertreten. deshalb war es in unserem projekt von großer wichtigkeit, das die jugendlichen die regeln, die in der gruppe gelten, gemeinsam mit den leitern des projekts erstellt wurden. das projekt wurde mit 8 jugendlichen durchgeführt.

projektzeitraum
das projekt www - wir sagen wer wir sind! begann am 1. april 2008 mit der konzeptionellen planung des projektes durch die künstlerische leitung und endete im dezember 2008 mit der nachbereitung des projektes und der übergabe des kompetenznachweises an die teilnehmenden jugendlichen. in den ersten vier wochen ging es überwiegend um die gruppenfindung durch theaterpädagogische mittel. anschließend erfolgte eine intensive erarbeitungsphase des ausgewählten stücks. danach begann die probenarbeit, die herstellung von kulissen, requisiten und kostümen zusammen mit den jugendlichen. am 27. september 2008 fand die premiere des stückes statt. es folgten fünf weitere auftritte in jugendclubs, gemeinden und amateurtheatern. abschließend erfolgte am 13. dezember 2008 die übergabe des kompetenznachweises kultur an die jugendlichen und eine umfangreiche dokumentation des projektes.

die gesamtleitung des projektes, die künstlerische und pädagogische leitung sowie die regie des stückes übernahmen elke opitz (diplom-religionspädagogin und theaterpädagogin), marlen schönemann (gemeinde-, religions- und theaterpädagogin) und daniela rockstuhl (diplom-kulturwissenschaftlerin und theaterpädagogin).

durchführung
im vordergrund des projektes und für die umsetzung standen vor allem die jugendlichen und ihre stärken und kompetenzen. das theaterstück war eher das mittel zum zweck. der erwerb des kompetenznachweis kultur erforderte innerhalb des projektes vier wichtige schritte, die wir gemeinsam mit den jugendlichen bewältigen mussten:
1. die erstellung des anforderungsprofils
2. die beobachtung der jugendlichen
3. der dialog mit den jugendlichen
4. die gemeinsame erstellung der knk-zertifikate
die erstellung des anforderungsprofils
um nicht wahllos kompetenzen den anforderungen zuzuordnen, haben wir zu beginn des projektes gemeinsam mit den jugendlichen die schlüsselkompetenzen analysiert. in diesem zusammenhang ergaben sich wesentliche schwerpunkte aus der sicht der jugendlichen, die wir besonders hervorgehoben haben.
der zweite schritt, die beobachtung, der jugendlichen
erfolgte während des gesamten projektes unter nutzung gewisser leitfragen. wir schrieben unsere beobachtungen auf und thematisierten sie in nachgesprächen. eine möglichst verhaltensnahe beobachtung war am anfang schwer, da man beobachtung und interpretation trennen musste. die jugendlichen mussten sich auch selbst beobachten und ein tagebuch führen. diese selbstbeobachtungen konnten wir sehr gut nutzen, um unsere eigenen beobachtungen zu kontrollieren und zu differenzieren. innerhalb des projektes haben sich stärken und schwächen dadurch sehr gut feststellen lassen und herauskristallisiert.
der dialog mit den jugendlichen
war für die projektteilnehmer eine wunderbare erfahrung und für die erstellung der zertifikate unabdingbar. wir als leitung und der jugendliche sahen das projekt aus einem ganz anderem blickwinkel heraus: und zwar aus dem der jugendlichen! durch die reflektionsgespräche in der gruppe während des projektes wurden alle wichtigen sachen, ob positiv oder negativ, sehr offen angesprochen und in den tagebüchern festgehalten. der eigentliche dialog fand zum ende hin in einzelgesprächen mit den jugendlichen statt. jeder jugendliche hat unterschiedlich intensiv an den eigenen reflektionen gearbeitet. eine wunderbare dokumentation ist daraus entstanden.
die erstellung der knk- zertifkate ging nach den einzelgesprächen sehr gut von der hand. sie wurden am 13. dezember 2009 in neudietendorf an alle teilnehmende jugendliche im rahmen eines festivals und feierlichen stunde übergeben.

erfahrungen und ergebnisse
die jugendlichen haben unter anleitung gelernt, selbständig ihr miteinander zu planen und zu organisieren (wann proben wir, wo proben wir, was tragen wir für kostüme u.s.w.), unterschiedliche interessen und konflikte zu erkennen, zu bearbeiten und zu lösen. die freude über den gemeinsamen erfolg bei der aufführung stärkte den teamgeist. wichtig war hierbei das vertrauen in die eigenen fähigkeiten. die idee, dass der jugendliche seine identität, sein selbstbild reflektiert und das verbal äußert ist von großer bedeutung für ihn, denn die erworbenen qualifikationen sind schließlich nicht nur in ihrer lebenswelt, sondern auch in ihrer schul- und ausbildungszeit und der arbeitswelt nützlich. diese eigenen beobachtungen erfordern ein hohes maß an aufmerksamkeit sowie fähigkeiten und fertigkeiten, die in der gemeinsamen theaterarbeit entwickelt, gefördert und gefordert werden.
das entstandene theaterstück „hinter geschlossenen türen“ von eckhard lück erlangte große begeisterung beim publikum und wurde insgesamt fünfmal aufgeführt. auch in diesem jahr möchten wir mit einigen von diesen jugendlichen ein weiteres projekt starten, wozu selbstverständlich auch andere jugendliche recht herzlich eingeladen sind. der erfolg des projektes hat die jugendlichen motiviert und selbstsicherer gemacht.

gerald backhaus    |    cosmetic studio: claudia angelrath    |    carola fiebig    |    thomas wolf    |    verwebtes: cathleen kempe    |    venenpraxis gotha: beate schwendler    |    zander gmbh waltershausen    |    bücherstube hannah höch: andreas zink    |    nadine s. kürsten    |    gemeinschaftspraxis für nuklearmedizin gotha: dr. antje krauße und dr. günther krauße    |    diabetes - praxis - gotha: ulrike drechsel und katrin mädler    |    architekturbüro großkopf: sebastian großkopf    |    dietmar sommerlandt