w

fsj - tagebuch von paul

paulzurück
05.04.2011

liebes tagebuch, dich zu schreiben ist meine aufgabe. sonst wird’ ich gnadenlos von der kerstin verdroschen. so, ich will dann mal zweierlei berichten.


als erstes hatten wir mit unserer kleinkunstgruppe letzten dienstag einen gebuchten auftritt.
genau für sowas ist die kleinkunstgruppe da, wir werden gebucht für irgendwelche veranstaltungen und liefern ein kulturelles programm.

in diesem fall haben wir uns verschiedenen gedichten von jandl, ringelnatz und morgenstern gewidmet, es waren noch ein paar andere dabei, auch bisschen was von erhardt.

besonders schön: der gatte viel vom blatte...

wir haben die gedichte gelernt und dann versucht sie anschaulich zu inszenieren, es gab verschiedene varianten. zum beispiel hat man eine zum gedicht passende figur gespielt und das gedicht dann als monolog wieder gegeben. oder die gedichte wurden sehr anschaulich mit gesten und betonung erzählt, wenn sie den charakter einer erzählten geschichte hatten.
manche texte beinhalten ja mehrere figuren die dann von verschiedenen spielern übernommen wurden. die verschiedenen gedichte wurden dann möglichst passend in eine reihenfolge gestellt.

wir haben das ganze in einem mit tischen und sitzenden vollgestopften raum an verschiedenen punkten, also da wo der spieler gerade stand, vorgetragen. so dass sich das publikum immer wieder umdrehen und uns zu wenden musste. der auftritt hat soweit gut funktioniert und auch spaß gemacht. anschließend gab es noch ein feines catering an dem man sich reichlich bedienen durfte. das schöne ist, wenn man sein fsj im theater macht, das man auch hin und wieder die chance hat sich von solchen caterings zu ernähren. das gibt einem dann die wunderbare möglichkeit einen teil von seinem 300€ lohn zurück zulegen und sinn voll anzulegen zum beispiel in immobilien um sich eine abgesicherte zukunft zu ergattern.

an der arbeit fand ich besonders schön, dass man sich einem gedicht so sehr direkt und intensiv widmen kann. der doch so häufig von meiner damaligen deutschlehrerin gepredigte ambivalente charakter mancher lyrischen werke kann so zu leibe getreten werden. man nimmt sich die zeit die volle breite des gedichts zu erfahren. wie auch immer, wir hatten in erster linie natürlich werke von autoren die für ihren humor berühmt und berüchtigt sind!

so, falls ein zukünftiger fsjler das hier liest, so wie ich das damals tat, bitte, bitte denk dir kein eigenes projekt aus sondern produziere eine dupstep-tanztheater mit schwarzlicht und viel bass!


zweitens möchte ich dann noch von unserem weihnachtsstück berichten bei dem ich ja die regieassistenz übernommen habe.

wir hatten im dezember premiere, die zeit davor, die endprobenphase war sehr arbeitsreich aber hat auch echt spaß gemacht. nach der winterpause gab es dann eine wiederaufnahme für eine weitere aufführung im februar. ein darsteller ist leider ausgefallen, also musste ich relativ kurzfristig die rolle des ritters übernehmen. ich hatte vor der aufführungen nur drei proben glaube ich, so dass die szenen gestellt aber nicht großartig weiter eingeprobt wurden. die aufführung war soweit ich weiß eigentlich in ordnung, aber die vorbereitung vor der aufführung hatte etwas von einem spagat zwischen darsteller und assistent, aber hat alles in allem funktioniert.




anfang

17.12.2010

liebstes, liebstes tagebuch, leider, leider schreibe ich nur selten in dich hinein. nun am letzten tage vor unserer/meiner winterpause, einen tag bevor ich zum ersten male in die ferne west-heimat fahren werde, dachte ich mir (nicht von ganz allein): ein neuer und frischer tagebuch eintrag!

was ist in letzter zeit geschehen? viel. unser weihnachtsstück „glöckchen aus schnee“ hatte am vergangenem sonntage premiere. für mich war eher die zeit vor der premiere als die premiere selbst ausschlaggebend. intensive proben und kurzfristige änderungen und viele produktionsbesprechungen. ein scheinbar kreisrudner prozess, in einer probe werden probleme erkannt, anschließend wird sich besprochen ein änderungsvorschlag folgt, dieser wird geprobt, weiterverändert bis es so aussieht als würde er funktionieren. dann wird die änderung schriftlich festgehalten, und ist dann sie keine änderung mehr sondern ein fester bestandteil. sowas geht dann soweit bis alles stimmt, die zeit knapp wird oder im besten fall beides zusammenkommt. bei soviel geändere ist das ursprüngliche textbuch (nicht drehbuch genannt, ein drehbuch steht natürlich im zusammenhang mit dem drehen eines filmes) natürlich nicht mehr aktuell. es zu aktualisieren liegt, soweit ich weiß, beinahe schon traditionell bei den fsjlern, und sowieso bei der regieassistenz. den text haben wir, die fsjler, in gemeinsamer arbeit auf den neusten stand gebracht. anna hat sich der technischen ebene gewidmet, während ich eher auf der inhaltliche ebene. das ergebnis: viel digatale datei, mit der sich viel papier mit viel information bedrucken lässt. diese tätigkeit hat wunderbar dazu beigetragen klarheit zu verschaffen, und sie ist (so hoffe ich) eine wunderbare grundlage für die wiederaufnahme des stückes im nächsten, neuen jahr. generell war die endproben zeit ziemlich aufregend und spaßig. auch die vermehrt auftretenden produktionsbesprechungen trugen zu einem enormen einblick in die abläufe, probleme und lösungsansätze bei einer theaterproduktion bei. so viel zu dem weihnachtsstück.

desweiteren, liebstes, aller liebsten tagebücher war ich auf den regionalen-schultheater-tagen in mühlhausen im 3k. dort habe ich für mich folgende drei wichtige dinge gelernt:

erstens, dass kleine kinder echt knuffig sein können.

zweitens, dass kleine kinder noch ganz anders funktionieren und viel ungezwungener sind.

drittens, dass star wars bei heutigen grundschülern immer noch aktualität genießt.

leider wird meine zeit gerade knapp, schilderungen meines fsj-daseins werden folgen, versprochen...




anfang

28.10.2010

liebes tagebuch, ich bin’s wieder der paul. ich weiß ich hab’ mich lange nicht mehr gemeldet, ich hoffe du bist mir deswegen nicht böse. dafür schreib ich heute auch alles klein, das nächstemal vielleicht auch richtig. es sind ja viele, viele tage vergangen, in denen ist auch viel passiert. bisher habe ich mich in verschiedenen kursen (improtheater, zirkus und straßentheater) rumgetrieben, als regieassistent an einem theaterstück mitgearbeitet und das werd’ ich vermutlich noch ein bisschen weiter tun. achja, und ich spiele auch in einem stück mit, bald ist wieder probe. ein wichtiger tipp an meine enorme leserschaft und den rest der welt: schreibt euch alles auf, sonst vergesst ihrs’s. vor allem wenn man etwas schusselig ist.

weiterhin kann ich noch was zum projekt sagen, dass jeder freiwillige machen darf oder soll. ich beschäftige mich momentan damit mails an einen anderen freiwilligen (wir planen ein partnerprojekt) zu schreiben. was ich gelernt habe: geld ist blöd, sei denn man hat zu viel davon. um geld für tolle sachen (projekte z.b.) zubekommen muss man mehr tun als für die tolle sache selbst. das konzept könnte vielleicht überarbeitet werden. andererseits bekommt man geld für eine tolle sache, das ist doch auch schon mal toll.




anfang

01.09.2010

liebes tagebuch, ich bin’s der paul. ein noch recht backfrischer abiturient. der ja für das fsj aus seiner heimat, dem berlin, ins wunderbare gotha gezogen ist.
erst einmal habe ich den verein, seine arbeitsweisen, meine kollegen und meine mitstreiterin anja kennen gelernt.
ein reichhaltiger informationsschwall…, und es hörte sich nach viel, viel arbeit an. aber arbeit, bei der man eine menge lernen könnte und dabei auch noch spaß haben könnte. soweit erstmal prima!

in den letzten tagen haben wir uns unter anderem mit dem gothaer schriftsteller hanns cibulka auseinander gesetzt, da wir (anja und ich) an der vorbereitung für eine szenische lesung zum 90ten geburtstag des verstorbenen autoren mitarbeiten. für mich war es interessant sich mit den werken von cibulka auseinander zusetzten. bevorzugt mit seinen gedichten. weiterhin bin ich bei manchen der kurse dabei, die der art der stadt ev. anbietet, darunter auch als regieassistent für das russische weihnachtstheaterstück „die 12 monate“.
bei der regieassistenz erhalte ich bisher einen umfassenden einblick in die arbeitsweisen der regisseurin des stücks. da kann ich auch noch eine menge lernen.

so, nun muss ich mich aber den pfannkuchen, oder auch „berlinern“, in der küche annehmen.




anfang

gerald backhaus    |    cosmetic studio: claudia angelrath    |    carola fiebig    |    thomas wolf    |    verwebtes: cathleen kempe    |    venenpraxis gotha: beate schwendler    |    zander gmbh waltershausen    |    bücherstube hannah höch: andreas zink    |    nadine s. kürsten    |    gemeinschaftspraxis für nuklearmedizin gotha: dr. antje krauße und dr. günther krauße    |    diabetes - praxis - gotha: ulrike drechsel und katrin mädler    |    architekturbüro großkopf: sebastian großkopf    |    dietmar sommerlandt