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fsj - tagebuch von anna

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10.01.2011 liebes tagebuch,

holla, die waldfee, sage ich dir……nach den schultheatertagen und der modeperformance verlangte unser weihnachtstück „glöckchen aus schnee“ seine volle aufmerksamkeit. in den vielen, vielen proben, die sowohl im mehrgenerationenhaus, in unserem café, im kulturhaus und schlussendlich auch im probenraum stattfanden, mussten innerhalb kürzester zeit mit viel feingefühl höchstleistungen erbracht werden. unsere 13 darsteller, die in ihrem wesen sehr unterschiedlich waren und zudem schulisch und außerschulisch mit diversen aktivitäten und auftritten belastst waren, zeigten trotz aller widrigkeiten ein hohes engagement. während den proben und neben den proben gab es viel zu tun. da mussten kissenbezüge genäht werden um dem bühnenbild gerecht zu werden und daraus folgt unweigerlich die logistische koordination. es ist nämlich kaum noch nach zu vollziehen, wie oft und wie viele kissen, kostüme und technische geräte wir von a nach b nach c transportiert haben. nachdem die proben anfänglich immer dienstag und donnerstag stattfanden, wurden sie erst gegen ende november dichter. daraus ergab sich, dass wir in den letzten zwei wochen jeden tag probten, außer am „geheiligten“ sonntag. um dem dichten terminchaos gerecht zu werden, übernahm ich die rolle des sprachrohrs zwischen nara, „unseren jungs“ und den darstellern. das hieß: eine menge mails, viele anrufe und was besonders wichtig war: die direkte kommunikation von mensch zu mensch.

zwischen all dem trubel feierte ein stück, das ein gesellschaftlich und politisch brisantes thema beinhaltete, seine premiere. sicher wissen einige schon, von welchem stück ich spreche!? genau von bombenfrau! das stück war in seiner intesität genauso informativ wie auch emotional. interessant war und ist für mich, wie der wirkliche zustand, in dem sich unsere gesellschaft heute befindet durch das faktenmaterial und das jeweils subjektive empfinden der darstellerin elisa oehme und das der bombenfrau konstatiert wurde. die darstellerin sprach in beiden rollen von korruption, von scheinheiliger bescheidenheit, von religiösen zwängen, aber auch von werten, traditionen und einem überzeugten glauben. das alles beinhaltete ursachen, gründe und zustände, die die bombenfrau der ausweglosigkeit entgegen brachten. mich interessierte besonders, warum die bombe in ihr wuchs, wodurch das „tic , tac“ immer lauter und unerträglicher wurde. darauf habe ich viele antworten bekommen. eine bombe, eingestellt auf 12 minuten und 36 sekunden, eine maschine?! nein, wartet, das gewissen in der bombenfrau zeugte von menschlichkeit. die gedanken, die einerseits die angst vor der explosion beinhalteten, wurden gleichzeitig mit einer hoffnung gerechtfertigt, die der ausweglosigkeit der bombenfrau entgegentreten sollte. aber es war schon zu spät, denn die bombe tickte unausweichlich und der verstand hatte gegen sie keine chance mehr. einmal sprach die bombenfrau? von engeln, die in wirklichkeit wohl verkleidete „ teufel“ waren, was dem versprechen auf das „ewige leben“ eine unglaublich zünische , zugleich angsteinflößende, aber auch eine traurige note verlieh, weil sie doch gleichzeitig die verdorbenen charaktäre der wirklichkeit beschrieb. dieser moment der wahrheit machte mich sehr empfindsam. meine interpretation mag, abgesehen davon, dass sie subjektiv ist, abstrakt wirken, aber ich muss dem gerecht werden, was ich an dieser stelle fühlte.
liebes tagebuch, in der ebigen ausführung habe ich versucht, mir das stück zu vergegenwärtigen. ich empfand es als sehr gelungen. es war als zuschauer nicht immer leicht, gleichzeitig emotional und sachlich zu bewerten. man hat wohlwollend wahrgenommen, wie intensiv sich darstellerin, regiesseur und regieassistenz mit dem thema auseinandergesetzt haben, dadurch erhielt das stück auch zusätzlich noch eine sehr persönliche note. das team mag fachlich gesehen dem zuschauer gegenüber einen vorsprung gehabt haben (was ohnehin nötig ist), aber dafür hat es auch seine verantwortung gegenüber dem zuschauenden erfüllt.

eine woche vor der premiere von „glöckchen aus schnee“ purzelten unsere proben.
nachdem ich nara zu anfangs noch als regieasssistenz unterstützt habe und mich um oben zuerst genanntes kümmerte, arbeitete ich mich innerhalb einer knappen woche vor der premiere in den ton hinein.
am montag den 06.12.2010 fand unsere erste hauptprobe statt. leider erfüllte sie nicht sie nicht unsere erwartungen. ich nutzte damals zum ersten mal das tonbearbeitungsprogramm und kam natürlich kaum hinterher, die hauptprobe war langwierig, technische vorgänge auf der bühne nicht klar, also hatten wir lange besprechungen vor uns, in denen wir uns darüber austauschten, wie man innerhalb einer woche struktur, besonders im bezug auf technische vorgänge in das stück hineinbrächte. demnach war unsere zweite probe im kulturhaus keine generalprobe, sondern eine zweite hauptrobe. weitere proben mit kaffee, tee und decken folgten im probenraum. dabei waren ausdauer, rasches reaktionsvermögen und starke konzentration und intensives arbeiten gefragt, nebenher aktualisierten paul und ich dauerhaft das textbuch, welches allerdings erst zur wiederaufnahme vollständig sein wird. solche und andere dinge erschwerten uns auch technische durchläufe mit ton und licht.
trotz aller widrigkeiten erlebten wir eine angenehme premiere. ich freue mich schon auf eine weitere zusammenarbeit mit allen beteiligten und wünsche uns allen ein spannendes und interessantes jahr 2011...




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26.11.2010

liebes tagebuch, nun bin ich schon seit neun tagen hier und hatte noch fast keine ruhige minute ;).

ich habe schon viele interessante sachen gemacht und ein sehr wuhliges, aber kompetentes und vielfältiges team kennen gelernt. der art der stadt e.v. ist wie eine „bombe“, geladen mit ideen und konzepten bis an den rand, die dann explodiert, wenn es heißt: nun geht es an die umsetzung!
zumindest habe ich bis jetzt diesen eindruck ;)).

am 15.11.2010 begann mein erster arbeitstag, direkt nach meinem vorstellungsgespräch. sofort machte ich mich mit dem neuen weihnachtsstück „glöckchen aus schnee“ bekannt, indem ich bis heute schon die regieassistenz in vertretung für paul ( das ist der andere freiwillige kulturaktivist, den ihr hoffentlich schon kennt :-)) übernahm, soufflierte und mich in die tontechnik hinein arbeitete, die ich ab der premiere fest übernehmen werde. aber das alles wäre natürlich nicht nötig und möglich, wenn es keine darsteller gäbe. aber wir sind froh, dass es sie gibt. sie stellten sich mir als eine neu zusammengesetzte „crew“ vor, in der nahezu alle altersklassen vertreten sind, was das stück um einiges spektakulärer macht, ihm aber auch einen ersten experimentellen charakter zuweist.

wichtig sind natürlich auch die kostüme, die frisuren und die schminke, die der figur ihre jeweilige eigene note verleihen. damit alle wissen, was bis zum beginn des durchlaufs vorbereitet sein muss, betreue ich die darsteller in den eben aufgeführten punkten, achte aber auch darauf, dass sie ihre requisiten pünktlich zurecht legen. ich sehe das frisieren und beraten auch gleichzeitig als seelische und moralische unterstützung ;).
während diese durchlaufproben in den letzten zwei tagen im kulturhaus stattfanden, wirkte ich am wochenende bei einer modeperformance im tivoli mit, die in verbindung mit dem bewegungstheater „balustrada“ stattfand. die proben dafür fanden für mich nach den schultheatertagen in mühlhausen statt, die erste aber am 16.11.2011 von 19.00-22.00 uhr in unserem theatercafe, in der wir, der art der stadt e.v. das bild für die „schneeballschlacht“ einstudierten, die zweite nun am donnerstag zu den selben zeiten mit allen beteiligten. eine interessante konstellation, wie ich fand, in der auch wieder verschiedene altersklassen vertreten waren. nach einer einzigen ganzheitlichen probe kam bei mir schon ein leises gefühl von zweifel auf, da es für mich die erste performance dieser art darstellte.
aber in dem gedanken an den nächsten schultheatertag und das neue weihnachtsstück gab ich mich mit dem gefühl zufrieden und hoffte einfach auf eine gute improvisation, wobei ich wusste, dass unser bewegungstheater sowieso vieles wett machen würde ;). mit einem inneren zittern, nachdem ich davor schon die regieassistenz für unser neues weihnachtstsück gemacht hatte, betrat ich die bühne und dachte mir, nachdem ich alle schneebälle verteilt hatte, was mache ich jetzt mit dieser verdammt engen schlauchmütze, die natürlich nicht über meinen kopf passt?! und nach mehrmaligem probieren des aufsetzens, versuchte ich dann, sie dezent von der bühne zu entfernen. sagen wir mal: es kann in zukunft nur noch besser werden.

des weiteren hatten der euch schon bekannte paul striegel und ich vorgestern einen pressetermin mit dem art der stadt e.v. indem wir uns vorstellten, unsere aufgabenbereiche definierten und von unseren projektideen erzählten. dem art der stadt e.v. oblag es dann, die jahresplanung vorzustellen, wozu die regisseure nara heemann und constantin von thun ihre stücke „glöckchen aus schnee „ und „bombenfrau“ charakterisierten, welche kurz vor der premiere stehen und auf welche ich sehr gespannt bin. es folgten pressefotos hinter dem vorhang, auf dem stuhl usw..

neben allen events gibt es natürlich auch vieles an management um beispielsweise erfolgreiche und effektive proben zu erreichen.- eine aufgabe, die mich sicher noch lange begleiten wird. die schultheatertage erwiesen sich als sehr ergiebig und man ist doch stolz und auch eine gewisse bewunderung bleibt nicht aus, wenn man die kleinen dann im publikum und auf der bühne erlebt.

alles in allem: es hat sich gelohnt, aber ich hoffe noch auf die zeit der reflexion ;). schließlich wars das erstmal von mir.
ich wünsche euch eine besinnliche vorweihnachtszeit ;).




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